Mittelland
Schweiz, das Land welches sich trotz Bemühungen hin zur modernen, urbanen Identität, nicht vom provinziellen Image lösen kann. Die Schweizer wollen Natur und Urbanität und vielleicht beides nicht richtig. Was entsteht ist oft ein Kompromiss. Zum Beispiel das Mittelland. Eine mit Bauten übersäte Landschaft, oszillierend zwischen Natur und Urbanität. Eine Welt voller Schnittstellen – zwischen Stadt und Land, Natur und Überbauungen, öffentlichem und privatem Raum. Derartige Schnittstellen sind nicht zuletzt auch charakteristisch für Agglomerationen. Ist das Mittelland eine Agglomeration, eine einzige riesige Siedlung?
Auch ich bin in der Agglomeration aufgewachsen und interessiere mich vielleicht gerade deshalb für deren Eigenheiten. Auf meinen Streifzügen durch das Mittelland suche ich nicht nach Aussergewöhnlichem und Spektakulärem, vielmehr versuch ich Besonderheiten des vermeintlich Normalen und Banalen aufzuspüren. Immer wieder versuche ich meine Wahrnehmung neu zu schärfen und offen zu bleiben für Dinge, die einem im hektischen Alltag oft verborgen bleiben.
Meine Bilder sind nicht vorwiegend Landschafts- und Architekturaufnahmen, vielmehr sind es Sozialdokumentationen. Die domestizierten Landschaften und die Infrastrukturen sind Spiegelbild unserer Gesellschaft. Meine Bilder zeigen Orte, wo Menschen aus Fleisch und Blut zwar fehlen, deren Präsenz aber durchaus gefühlt werden kann. Dem Aufmerksamen Betrachter erschliesst sich hinter dem vermeintlich formellen und banalen, ein narratives Moment, eine subtile zartbittere Poesie des Alltags. Die Imagination endet nicht an den nüchternen Fassaden der Häuser, sondern setzt sich in den verdeckten Kammern dahinter fort. Die Ruhe welche die strenge Komposition und die Absenz der Menschen ausstrahlt, wirkt irritierend. Eine sonderbare Melancholie zieht sich durch die Arbeit.
Michael Blaser
Entstehung von 2007 bis 2010
Lambdaprints
700 x 700 mm
aufgezogen auf Aluminium
Limitiert auf 5 Exemplare










































