Am Fluss


Am Fluss

Im Sommer zieht es viele Städter in die Natur, möglichst unberührt soll sie sein. Im Raum Bern sucht man Erholung an der Aare, der Sense oder am Schwarzwasser. Auch ich gehe im Sommer oft dort hin. Woher kommt dieser Wunsch nach unberührter Natur? Versuchen wir vor dem Alltag zu flüchten oder gibt es eine umfassendere Sehnsucht nach Ursprünglichem? Ist uns die moderne Welt, wie wir sie uns geschaffen haben, schon verleidet?

Wenn ich in der Natur bin, begleiten mich oft zwiespältige Gefühle. Da ist zwar dieses angenehme Gefühl von Freiheit und Ausgelassenheit, das mir im Alltag oftmals fehlt. Doch manchmal kippt dieses Freiheitsgefühl und ich fühle mich in der weite der Natur einsam, verloren und beengt. Werden wir in der Abgeschiedenheit mit unseren im Alltag verdrängten dunklen Seiten der Seele konfrontiert? Oder woher kommt diese Ambivalenz? Hat es damit zu tun, dass uns Urbanität und Alltag dann doch so schnell fehlen? Haben wir uns von der Natur bereits so sehr entfremdet, dass sie uns Angst macht? Haben wir die moderne Zivilisation zwar satt, ertragen aber unsere Herkunft nicht mehr? Die Bilder spiegeln diese Ambivalenz, Kleider und Liegestühle verweisen auf den Alltag, eine gedankliche naturromantische Reise bleibt dem Betrachter verwehrt. Mit meinen Bildern suche ich eine Auseinandersetzung mit den Tafelbildern der alten Landschaftsmalerei. Ich suche nach der Schönheit und der Pracht der Natur, und stosse doch auf profane Spuren unseres Alltags, ich entdecke Nymphen mit Baseballcaps, sozusagen. Der Fluss; die treibende Kraft des Lebens oder ganz banal eine Ansammlung von Wasser. Das Baden darin, sommerlicher Zeitvertreib oder Überreste eines Waschungsrituals? Das Banale und das Erhabenen schichten sich übereinan­der und lassen sich nicht mehr voneinander trennen.

Entstehung im Jahr 2008

Lambdaprints
700 x 700 mm
gerahmt und verglast
Limitiert auf 5 Exemplare


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